EINGEWÖHNUNG

Mein Angebot ist ein «Familienergänzendes» und soll keine Art von «Fremdbetreuung» sein. Daher lege ich grossen Wert auf eine achtsame, empathische und individuell angepasste Eingewöhnungszeit. Ich selbst orientiere mich am «Berliner Eingewöhnungsmodell» und an der Individualität jedes Kindes und seiner Familie.

Vertrauens- und Bindungsaufbau braucht in erster Linie Zeit. Die Eltern sollen sich diese Zeit nehmen. Die Betreuung soll ihnen diese Zeit geben. Alle profitieren von einem sicher gebundenen Kind.

Ein ungefährer Eingewöhnungsplan mit Tage und Zeiten erstellen wir gemeinsam nach dem Eintrittsgespräch. Das Eintrittsgespräch findet nach der Vertragsunterzeichnung statt.

Was ist eine gute Eingewöhnung?
Eine gute Eingewöhnung erstreckt sich über mehrere Wochen. Zwei bis drei Wochen mit jeweils ein bis zwei Besuchen pro Woche sind angebracht. Die Eingewöhnungszeit ist immer individuell den Bedürfnissen und der Altersstufe des Kindes angepasst. Im Austausch und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von allen kann so ein optimaler Start gewährleistet werden.

Ziele der Eingewöhnung
Sarah: Ich baue eine Vertrauensbasis zu Kind und Eltern auf. Ich kann beobachten, wie die Eltern mit dem Kind umgehen: wie sie wickeln, füttern, es zum Schlafen bringen oder trösten.

Eltern: Wir bauen eine sichere Vertrauensbasis zu Sarah auf. Wir können unser Kind mit einem guten Gefühl abgeben. Wir fühlen uns verstanden und wahrgenommen.

Kind: Ich habe eine Bezugsperson, die mir Sicherheit vermittelt und die in der Lage ist mich zu trösten. Ich kenne die Räume und ich fühle mich sicher, da die meisten Punkte im Tagesablauf (ankommen, wickeln, schlafen, essen, singen, Garten/Wald...) schon einmal mit einer Vertrauensperson erlebt wurden.

Baby: Ich habe eine Bezugsperson, die mir Sicherheit vermittelt und die in der Lage ist, mich zu trösten. Ich kenne die Räume und ich habe mich an die neuen Geräusche und Lichtverhältnisse gewöhnt. Ich habe die meisten Punkte im Tagesablauf schon einmal mit einer Vertrauensperson erlebt (ankommen, wickeln, schlafen, essen).

Trennung und Abschied
Bei Kindern unter zwei Jahren finden keine Trennungsversuche vor dem vierten Eingewöhnungstag statt.

Die erste Trennung dauert in der Regel etwa dreissig Minuten. Dabei handelt es sich um einen Testlauf. Die Eltern verabschieden sich, verlassen den Raum, sind aber in Rufnähe. So kann ich das erste Mal die Reaktion des Kindes auf die Trennung beobachten und feststellen, ob sich das Kind bereits in wenigen Minuten von mir trösten und ins Spiel führen lässt. Falls dies noch nicht der Fall sein sollte, werden die Eltern sofort wieder in den Raum geholt und es ist klar, dass für die kommenden Tage die Anwesenheit der Eltern noch einmal wichtig ist.

Ist diese Trennung erfolgreich, werden die Trennungssequenzen von Tag zu Tag immer ein bisschen länger gemacht. Mal mit Mittagessen, mal mit Schlafen, mal mit Rausgehen, e.c.t.

Als Familie bitte vor der Eingewöhnung klären:
Wie soll der Säugling während der Betreuung ernährt werden?
Kommt die Mutter zum Stillen vorbei? Wird Milch abgepumpt oder Milchpulver mitgegeben? Trinkt der Säugling aus der Flasche?

In der ersten Zeit nach der Eingewöhnung bitte keine Ferien einplanen

Vorteile einer achtsamen Eingewöhnung
Studien haben gezeigt, dass ein Kind in der Tagesbetreuung immer zu einem gewissen Masse unter Stress steht, also erhöhte Stresswerte aufweist. Je höher das Stresslevel wird, desto mehr Cortisol und Adrenalin (Stresshormone) werden ausgeschüttet, was wiederum das Immunsystem so belasten kann, dass dieses mit Krankheit reagiert und eine Regenerationszeit einfordert.
Dies kann in dem Moment zu vielen Krankheitstagen beim Kind führen, wenn die Eltern eigentlich wieder ihrem geregelten Arbeitsalltag nachgehen möchten. Kranke Kinder können nicht in die Betreuung, was bedeutet, dass sie durch die Abwesenheit wieder länger brauchen um sich danach in der neuen Umgebung zurechtfinden zu können.