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EINGEWÖHNUNG

Ich lege grossen Wert auf eine achtsame, empathische und individuelle Eingewöhnungszeit. Vertrauens- und Bindungsaufbau braucht in erster Linie Zeit. Alle profitieren von einem sicher gebundenen Kind. In der Regel gilt: je jünger das Kind, desto länger dauert die Eingewöhnungsphase.​​

Wie läuft eine Eingewöhnung ab?

Die Eingewöhnung ist in erster Linie vom Alter des Kindes, des gewünschten Betreuungspensums und seinen bisherigen Trennungserfahrungen abhängig. Im Idealfall beginnt die Eingewöhnung acht bis zehn Wochen vor dem gewünschten Betreuungsbeginn, resp. Arbeitsbeginn des Elternteils. Je weniger Zeitdruck alle Beteiligten verspüren, desto entspannter und kindzentrierter kann der Start in den neuen Lebensabschnitt erfolgen. Auch mögliche Ausfälle wegen Krankheit des Kindes bringen so den Zeitplan noch nicht an ihre Grenzen. Die Eingewöhnung ist für alle Beteiligten sehr zeitintensiv und aufwändig. Es ist eine wertvolle Investition, je besser die Basis die wir legen, desto tragfähiger danach das Resultat – auf Jahre hinaus. Vergessen werden darf dabei nicht, dass sich auch die anderen Kinder in der Betreuung eine Eingewöhnungszeit an das neue Kind und die daraus neu entstehende Dynamik brauchen.

Eine Eingewöhnung für ein Kind von 1,5 bis 3 Jahren sieht z.B. wie folgt aus:
1. Woche: drei Besuche à 1,5h mit Elternteil bei Sarah, vorerst ohne die Kindergruppe
2. Woche: drei Besuche à 1,5h mit Elternteil, mit Kindergruppe, erster Abschied für 15-30 Minuten.
3. Woche: zwei Besuche à 2-3h mit Elternteil, Abschiede und Alleinezeit von 30 Min bis 1h
Ab hier gestaltet sich der Eingewöhnungsprozess in der Regel sehr individuell. Wenn die Abschiede gut klappen, können die Zeiten sehr bald erhöht werden.
4. Woche: zwei Besuche à 4h, Alleinezeit von 2-3h
5. Woche: zwei Besuch, üben von Schlafsituationen o.Ä., ca. 4h Alleinzeit
6. Woche: zwei Besuche, 4-6h
7. Woche: zwei Besuche, 6-8h
8. Woche: im Idealfall Eingewöhnung abgeschlossen
9. Und 10. Woche sind Reservewochen für Unvorhersehbares. Zudem tut es der ganzen Familie gut, wenn sich die Betreuung etwas etablieren kann, bevor dann auch für den zweiten Elternteil der Einstieg ins Arbeitsleben erfolgt.

Ich lege allen Eltern ans Herz, dass sie dieser wichtigen Umbruchszeit im Leben ihres Kindes achtsam begegnen. Je nach Charakter des Kindes kann es auch bedeuten, dass reguläres Programm, Besuche und Familienfeiern in dieser Zeit etwas reduziert werden müssen. Ferien und anstehende Impftermine sind auf die Zeit vor dieser Phase zu legen.

Als Familie bitte vor der Eingewöhnung klären:
Wie soll der Säugling während der Betreuung ernährt werden? Kommt die Mutter zum Stillen vorbei? Wird Milch abgepumpt oder Milchpulver mitgegeben? Trinkt der Säugling aus der Flasche? Sich bewusst werden, dass dies alles bereits bis zum Eingewöhnungsstart eingeübt sein sollte.
Haben wir einen Plan B, falls das Kind mehr Zeit für die Eingewöhnung braucht?

In der ersten Zeit direkt nach der Eingewöhnung bitte keine Ferien einplanen

Vorteile einer achtsamen Eingewöhnung
Studien haben gezeigt, dass ein Kind in der Tagesbetreuung immer zu einem gewissen Masse unter Stress steht, also erhöhte Stresswerte aufweist. Je höher das Stresslevel wird, desto mehr Cortisol und Adrenalin (Stresshormone) werden ausgeschüttet, was wiederum das Immunsystem so belasten kann, dass dieses mit Krankheit reagiert und eine Regenerationszeit einfordert.
Dies kann in dem Moment zu vielen Krankheitstagen beim Kind führen, wenn die Eltern eigentlich wieder ihrem geregelten Arbeitsalltag nachgehen möchten.

Texte, Bilder und Gestaltung ©2026 Sarah Schäppi

Ich denke, schreibe und fotogafiere gerne selbst - somit keine KI auf diesen Seiten

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